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2026-08-30

Was bedeuten die Symbole auf Kartons? Ein praktischer Leitfaden zu Kennzeichnungen auf Verpackungen


Was bedeuten die Symbole auf Kartons? Ein praktischer Leitfaden zu Kennzeichnungen auf Verpackungen

Pfeile, ein Glas, ein Regenschirm, drei zu einer Schleife angeordnete Pfeile, die Kennzeichnung PAP 20 oder verschiedene Zertifizierungssymbole – auf einem gewöhnlichen Karton können sich überraschend viele Informationen befinden. Die meisten von uns achten erst dann darauf, wenn entschieden werden muss, wie ein Paket aufgestellt, wo es gelagert oder in welchen Behälter die gebrauchte Verpackung entsorgt werden soll.

Diese kleinen Piktogramme erfüllen jedoch eine sehr wichtige Funktion. Sie bilden eine Art Sprache der Verpackungen, mit der sich Informationen ohne lange Anweisungen vermitteln lassen. Sie zeigen, wie mit einer Sendung umzugehen ist, warnen vor Gefahren, informieren über die Art des Materials und teilweise auch über dessen Herkunft.

Bei Verpackungen aus Wellpappe kann die richtige Kennzeichnung ebenso wichtig sein wie die Konstruktion der Verpackung selbst. Selbst ein sehr stabiler Karton schützt seinen Inhalt nicht ausreichend, wenn die Sendung in der falschen Position transportiert, Wasser ausgesetzt oder unsachgemäß gelagert wird.

Warum befinden sich so viele Symbole auf Kartons?

Eine Verpackung hat weitaus mehr Aufgaben, als lediglich ein Produkt aufzunehmen. Sie soll es während Lagerung und Transport schützen, die Arbeit in Logistikzentren erleichtern, Informationen an den Empfänger übermitteln und nach Gebrauch eine korrekte Verwertung des Materials ermöglichen.

Deshalb können sich auf einem einzigen Karton Kennzeichnungen aus ganz unterschiedlichen Kategorien befinden. Einige betreffen den richtigen Umgang mit der Sendung, andere identifizieren das Material, während weitere Symbole auf Recycling, Zertifizierungen oder Eigenschaften des darin enthaltenen Produkts hinweisen.

Dabei ist zu beachten, dass sich nicht jedes Symbol auf einer Schachtel oder einem Karton direkt auf die Verpackung selbst bezieht. Manche Kennzeichnungen betreffen ausschließlich das darin enthaltene Produkt.

Handhabungszeichen – Hinweise für Lager, Kurier und Empfänger

Handhabungszeichen spielen insbesondere beim Transport eine wichtige Rolle. Sie sollen Personen, die auf den verschiedenen Etappen des Transportweges mit der Sendung in Kontakt kommen, schnell die wichtigsten Informationen vermitteln.

Ein gut gestaltetes Piktogramm lässt sich unabhängig von der jeweiligen Sprache verstehen. Dies ist in der internationalen Logistik von großer Bedeutung, da dieselbe Sendung mehrere Lager, Umschlagterminals und Transportmittel durchlaufen kann.

Zwei nach oben gerichtete Pfeile

Dies ist eines der bekanntesten Symbole. Es zeigt an, welche Seite der Verpackung nach oben zeigen muss.

Bei manchen Produkten spielt die Position des Kartons kaum eine Rolle. Es gibt jedoch Waren, bei denen das Umdrehen der Verpackung dazu führen kann, dass sich der Inhalt verschiebt, eine Innenverpackung undicht wird oder das Produkt beschädigt wird.

Diese Kennzeichnung sollte daher nicht lediglich als Empfehlung verstanden werden – sie gibt die korrekte Ausrichtung der Sendung an.

Regenschirm – vor Feuchtigkeit schützen

Der charakteristische Regenschirm weist darauf hin, dass die Sendung vor Wasser und übermäßiger Feuchtigkeit geschützt werden muss.

Für Verpackungen aus Pappe und Wellpappe ist dies besonders wichtig. Papierfasern reagieren auf Feuchtigkeit, und eine zu hohe Feuchtigkeitsaufnahme kann die mechanischen Eigenschaften des Kartons beeinträchtigen. Eine Verpackung, die unter trockenen Bedingungen hohen Belastungen standhält, kann nach dem Durchfeuchten deutlich anfälliger für Verformungen werden.

Kartons sollten deshalb unter geeigneten Bedingungen gelagert und vor Regen, feuchtem Untergrund sowie lang anhaltender hoher Luftfeuchtigkeit geschützt werden.

Glas – Vorsicht, zerbrechlicher Inhalt

Das Piktogramm eines Glases weist darauf hin, dass sich im Inneren Gegenstände befinden, die empfindlich gegenüber mechanischen Beschädigungen sind.

Dies betrifft nicht ausschließlich Glasprodukte. Auch Verpackungen mit Keramik, Elektronik, Präzisionsteilen und anderen empfindlichen Produkten können entsprechend gekennzeichnet werden.

Das Symbol ersetzt selbstverständlich keine geeignete Produktsicherung. Ein passend ausgewählter Karton sowie Einsätze, Zwischenlagen und Polstermaterialien bleiben die Grundlage für einen wirksamen Schutz des Inhalts.

Keine Haken verwenden

Ein durchgestrichener Haken bedeutet, dass beim Transport der Sendung keine Transporthaken verwendet werden dürfen. Diese könnten die Kartonwand durchstoßen und den Inhalt beschädigen.

Diese Kennzeichnung ist insbesondere bei größeren Industrieverpackungen und Ladungen von Bedeutung, die über komplexe Logistikketten transportiert werden.

Zulässiger Temperaturbereich

Das Symbol eines Thermometers zusammen mit konkreten Temperaturwerten kann darüber informieren, bei welchen Temperaturen ein Produkt gelagert oder transportiert werden sollte.

Solche Kennzeichnungen sind unter anderem bei Lebensmitteln, Kosmetika, bestimmten chemischen Stoffen, pharmazeutischen Produkten und ausgewählten Geräten von Bedeutung.

Symbole auf der Verpackung beziehen sich nicht immer auf den Karton

Diese Unterscheidung ist besonders wichtig. Befindet sich auf einem Karton ein Flammensymbol, ein Totenkopf oder ein anderes Warnpiktogramm, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass die Pappe selbst gefährlich ist. In den meisten Fällen bezieht sich die Kennzeichnung auf das Produkt im Inneren der Verpackung.

Bei chemischen Stoffen können beispielsweise die charakteristischen GHS-Piktogramme verwendet werden – schwarze Symbole auf weißem Hintergrund mit einer roten, rautenförmigen Umrandung.

Sie können unter anderem vor entzündlichen, giftigen, ätzenden, reizenden oder umweltgefährlichen Stoffen warnen.

Solche Zeichen sollten niemals losgelöst vom Produktetikett interpretiert werden. Das Piktogramm stellt eine Warnung dar, während sich die detaillierten Hinweise zur sicheren Verwendung aus den Informationen zum jeweiligen Produkt ergeben.

Glas und Gabel – was bedeutet dieses Symbol eigentlich?

Das Symbol mit Glas und Gabel findet sich vor allem auf Materialien und Gegenständen, die für den Kontakt mit Lebensmitteln vorgesehen sind. Es weist auf die entsprechende Zweckbestimmung des Materials hin.

Man sollte jedoch nicht automatisch davon ausgehen, dass jeder Karton mit diesem Symbol für den direkten Kontakt mit jeder Art von Lebensmittel geeignet ist. Auch die Konstruktion der Verpackung, verwendete Beschichtungen, Druckfarben, Klebstoffe und die jeweiligen Einsatzbedingungen spielen eine Rolle.

In der Lebensmittelbranche ist die richtige Auswahl der Verpackung deshalb besonders wichtig – ein Karton muss für die konkrete Anwendung geeignet sein und nicht lediglich die passenden Abmessungen besitzen.

PAP 20, PAP 21 und PAP 22 – was bedeuten diese Zahlen?

Auf Verpackungen aus Papier und Pappe findet man häufig die Kennzeichnung PAP zusammen mit einer Nummer, die die jeweilige Materialart identifiziert.

Zu den häufigsten Kennzeichnungen gehören:

Für Verbraucher können diese Angaben zunächst wie technische Codes ohne größere Bedeutung wirken. Tatsächlich helfen sie jedoch dabei, das Material einer Verpackung zu identifizieren und können dadurch die richtige Abfalltrennung erleichtern.

Saubere Papier- und Kartonverpackungen sollten entsprechend den örtlichen Vorgaben für Altpapier gesammelt werden. Stark verschmutzte oder fettige Bestandteile gehören dagegen in der Regel nicht in die normale Altpapiersammlung.

Möbiusschleife – drei Pfeile, die fast jeder kennt

Eines der bekanntesten Symbole im Zusammenhang mit Recycling ist die sogenannte Möbiusschleife, die aus drei zu einem Dreieck angeordneten Pfeilen besteht.

Abhängig von ihrer konkreten Verwendung kann sie auf die Recyclingfähigkeit eines Materials hinweisen oder – in Verbindung mit einer Prozentangabe – den Anteil von Recyclingmaterial angeben.

Das ist ein wichtiger Unterschied.

Die Information, dass eine Verpackung recycelbar ist, bedeutet nicht automatisch, dass sie aus recyceltem Material hergestellt wurde. Deshalb sollte man nicht nur auf das Symbol selbst, sondern auch auf danebenstehende Zahlen und Erläuterungen achten.

FSC und PEFC – woher stammt der Rohstoff?

Bei Verpackungen aus Papier und Karton gewinnt die nachvollziehbare Herkunft der verwendeten Holzfasern zunehmend an Bedeutung.

Eines der bekanntesten Systeme ist FSC (Forest Stewardship Council). FSC-Kennzeichnungen beziehen sich auf die Herkunft des Materials sowie auf bestimmte Anforderungen an dessen Gewinnung und Kontrolle innerhalb der Lieferkette.

Es gibt unterschiedliche FSC-Kennzeichnungen, darunter FSC 100%, FSC Recycled und FSC Mix. Sie haben jeweils unterschiedliche Bedeutungen, weshalb beim Lesen des Zeichens auf die vollständige Kennzeichnung geachtet werden sollte.

Ein weiteres bekanntes System ist PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification), das ebenfalls mit der Zertifizierung nachhaltiger Waldbewirtschaftung und der Rückverfolgbarkeit des Rohstoffs verbunden ist.

Für Unternehmen, die große Mengen an Verpackungen bestellen, kann der Nachweis über die Herkunft des Materials Bestandteil ihrer Umweltpolitik und der Anforderungen an ihre Lieferanten sein.

Der Grüne Punkt – ein häufig falsch verstandenes Symbol

Zwei ineinandergreifende Pfeile, die einen Kreis bilden und als Der Grüne Punkt bekannt sind, werden häufig fälschlicherweise direkt mit Recycling gleichgesetzt.

Das Zeichen bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine Verpackung aus Recyclingmaterial hergestellt wurde. Es ist auch kein allgemeingültiger Nachweis dafür, dass die betreffende Verpackung recycelbar ist.

Das Symbol steht historisch im Zusammenhang mit der Beteiligung an bestimmten Systemen zur Sammlung und Verwertung von Verpackungen und Verpackungsabfällen. Es sollte daher nicht mit der Möbiusschleife gleichgesetzt werden.

Und was bedeutet die durchgestrichene Mülltonne auf Rädern?

Auch dieses Symbol wird im Zusammenhang mit Kartonverpackungen gelegentlich falsch interpretiert. Die durchgestrichene Mülltonne auf Rädern bezieht sich in erster Linie auf Elektro- und Elektronikgeräte sowie auf bestimmte andere Produktgruppen, die getrennt gesammelt werden müssen.

Befindet sich das Zeichen auf der Verpackung eines elektronischen Geräts, bezieht es sich normalerweise auf das Produkt und nicht auf den Karton.

Die saubere Kartonverpackung kann entsprechend getrennt gesammelt werden, während das Gerät dem dafür vorgesehenen Sammelsystem für Elektroaltgeräte zugeführt werden sollte.

Dies ist ein gutes Beispiel dafür, warum Symbole auf Verpackungen immer im jeweiligen Zusammenhang betrachtet werden müssen.

QR-Code – kleines Symbol, große Informationsmenge

Eine moderne Verpackung muss längst nicht mehr sämtliche Informationen direkt auf ihrer Oberfläche enthalten. QR-Codes spielen dabei eine immer größere Rolle.

Nach dem Scannen können sie beispielsweise zu Produktanleitungen, Herkunftsinformationen, Herstellerseiten, Zertifizierungsangaben, Hinweisen zur Abfalltrennung oder zusätzlichen Materialien führen.

Dadurch wird selbst ein gewöhnlicher Karton zu einem Bestandteil eines digitalen Informationssystems rund um das Produkt.

Besonders interessant ist dies bei E-Commerce-Verpackungen, bei denen der Karton gleichzeitig Transport-, Informations- und Marketingfunktionen erfüllt.

Sind alle Symbole auf einem Karton vorgeschrieben?

Nein. Auf einer Verpackung können sowohl gesetzlich vorgeschriebene Kennzeichnungen für bestimmte Produkte als auch freiwillige Zertifikate, logistische Hinweise, Materialkennzeichnungen und Elemente der Marketingkommunikation zu finden sein.

Die Anzahl und Art der Symbole hängt daher vom Produkt, vom Zielmarkt, vom Vertriebsweg und vom Verwendungszweck der Verpackung ab.

Piktogramme sollten auch nicht vorsorglich ohne konkreten Grund verwendet werden. Eine Kennzeichnung sollte verständlich, begründet und mit den tatsächlichen Eigenschaften des Produkts sowie der Verpackung übereinstimmen. Zu viele Symbole können sogar den gegenteiligen Effekt haben – statt Orientierung zu bieten, erschweren sie das schnelle Auffinden der wichtigsten Informationen.

Ein guter Karton kommuniziert bereits vor dem Öffnen

In der Logistik zählen oft Sekunden. Mitarbeitende im Lager haben nicht immer Zeit, ausführliche Anweisungen zu lesen. Ein Kurier muss schnell erkennen können, ob ein Paket gedreht werden darf. Der Empfänger wiederum sollte einfach feststellen können, wie mit der Verpackung nach Gebrauch umzugehen ist.

Genau deshalb sind Piktogramme so wirkungsvoll.

Eine gut gestaltete Verpackung aus Wellpappe kann die wichtigsten Informationen nahezu unmittelbar vermitteln. Die richtige Konstruktion schützt das Produkt physisch, während eine geeignete Kennzeichnung dazu beiträgt, diesen Schutz während des gesamten Logistikprozesses aufrechtzuerhalten.

Wie bereitet man einen Karton richtig für das Recycling vor?

Nachdem ein Karton seine Transportfunktion erfüllt hat, kann er zu einem wertvollen Sekundärrohstoff werden. Dafür sollte er jedoch entsprechend für die Abfalltrennung vorbereitet werden.

Zunächst empfiehlt es sich, die Verpackung vollständig zu entleeren und flach zusammenzufalten, damit sie möglichst wenig Platz beansprucht. Lassen sich größere Bestandteile aus anderen Materialien – beispielsweise Folienpolster oder Kunststoffeinlagen – leicht entfernen, sollten sie getrennt entsorgt werden.

Es ist dagegen nicht erforderlich, jedes kleine Stück Klebeband oder jedes Etikett mühsam vom Karton zu entfernen. Kleine Mengen solcher Fremdstoffe können während der Papieraufbereitung technisch abgetrennt werden. Entscheidend ist vor allem, dass der Karton leer, möglichst sauber und trocken ist.

Stark fettverschmutzte oder anderweitig verunreinigte Teile können für das Recycling zusammen mit sauberem Altpapier ungeeignet sein.

Der Karton als Informationsträger

Eine moderne Verpackung aus Wellpappe ist längst nicht mehr nur eine Schachtel, die ein Produkt umgibt. Sie ist Bestandteil eines umfassenden Logistiksystems.

Sie kann Informationen vermitteln über:

Deshalb sollte beim Entwurf einer Verpackung nicht ausschließlich an ihre Abmessungen und Belastbarkeit gedacht werden. Ebenso wichtig können die Informationen sein, die der Karton den Menschen vermittelt, die während seines Lebenszyklus mit ihm in Kontakt kommen.

Kleine Symbole mit großer Bedeutung

Ein kleines Piktogramm beansprucht nur wenige Zentimeter auf der Oberfläche eines Kartons, kann aber darüber entscheiden, ob ein Produkt unbeschädigt beim Empfänger ankommt, richtig gelagert wird und die gebrauchte Verpackung anschließend dem passenden Abfallstrom zugeführt wird.

Die Kenntnis grundlegender Kennzeichnungen ist deshalb nicht nur für Hersteller und Beschäftigte in der Logistikbranche hilfreich. Sie ist auch für jeden nützlich, der Pakete entgegennimmt, Produkte in Kartonverpackungen kauft oder Abfälle trennt.

Es lohnt sich, einen Karton nicht nur als Einwegbehälter zu betrachten, sondern als Informationsträger, der ein Produkt auf den verschiedenen Stationen seines Weges begleitet – vom Hersteller über Lagerung und Transport bis zum Empfänger und schließlich zum Recycling.

Wenn du das nächste Mal eine Kartonverpackung in den Händen hältst, lohnt sich vor dem Öffnen ein genauer Blick auf ihre Kennzeichnungen. Einige einfache Symbole können über die Verpackung und ihren Inhalt wesentlich mehr verraten, als man auf den ersten Blick vermuten würde.

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