Kartonverpackungen durchlaufen vor ihrer Markteinführung eine Reihe strenger Festigkeitsprüfungen. Diese Tests sind entscheidend für die Sicherheit der transportierten Produkte und die Optimierung der Logistikkosten. In diesem Artikel erläutern wir detailliert die wichtigsten Tests und Parameter, die die Qualität von Kartonverpackungen bestimmen.
Das Flächengewicht ist ein grundlegender Parameter, der die Masse von 1 m² Karton in g/m² angibt. Obwohl es ein einfacher Indikator zu sein scheint, ist es von entscheidender Bedeutung für alle weiteren Eigenschaften der Verpackung:
Der ECT (Kantenstauchwiderstand) ist einer der wichtigsten Parameter zur Bestimmung der Widerstandsfähigkeit von Wellkarton gegen Kantenstauchung. Der Test erfolgt durch das vertikale Zusammendrücken einer Kartonprobe, die senkrecht zur Wellenrichtung ausgerichtet ist. Das Ergebnis wird in kN/m angegeben und gibt Auskunft über:
Typische ECT-Werte liegen zwischen 2 kN/m für leichte Verpackungen und über 8 kN/m für Schwerlastverpackungen.
Der BCT (Kartonstauchtest) simuliert reale Lagerbedingungen. Während des Tests wird ein kompletter Karton gleichmäßig von oben belastet, bis eine Verformung eintritt. Der BCT-Wert wird in Kilogramm oder Kilonewton gemessen und gibt Aufschluss über:
Dieser Test bestimmt die Widerstandsfähigkeit des Kartons gegen dynamische Durchstoßkräfte. Dabei wird die Energie gemessen, die erforderlich ist, um eine Kartonprobe mit einem genormten Pendeldorn zu durchstoßen. Das Ergebnis wird in Joule (J) angegeben und gibt Hinweise auf:
Typische Werte für Wellkarton:
Der FCT (Flachstauchtest) misst den Widerstand der gewellten Zwischenschicht des Kartons gegen Druckbelastung. Dieser Test ist entscheidend für die Erhaltung der dämpfenden Eigenschaften der Verpackung.
Der Cobb-Test ist eine standardisierte Methode zur Messung der Wasseraufnahmefähigkeit von Karton. Der Test misst die Menge an Wasser, die eine bestimmte Oberfläche innerhalb eines definierten Zeitraums (normalerweise 120 oder 1800 Sekunden) aufnimmt. Das Ergebnis wird in g/m² angegeben und als Cobb120 oder Cobb1800 bezeichnet.
Wichtige Aspekte des Cobb-Tests:
Referenzwerte:
Auswahl der Verpackung entsprechend den Lagerbedingungen:
Qualitätskontrolle in der Produktion:
Die Ergebnisse der verschiedenen Tests stehen in direktem Zusammenhang:
Eine umfassende Analyse aller Testergebnisse ermöglicht:
Die Festigkeit von Kartonverpackungen verändert sich erheblich unter dem Einfluss von Umgebungsbedingungen:
Umfassende Festigkeitsprüfungen sind unerlässlich, um sicherzustellen, dass Kartonverpackungen in der Lieferkette zuverlässig funktionieren. Die Kenntnis der einzelnen Parameter und ihrer Wechselwirkungen ermöglicht die Entwicklung von optimal an die Kundenbedürfnisse angepassten Verpackungslösungen bei gleichzeitiger Kosteneffizienz.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die reinen Testergebnisse nicht ausreichen - entscheidend ist ihre Interpretation im Kontext der spezifischen Anwendung und Einsatzbedingungen. Daher ist die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Verpackungshersteller mit einem gut ausgestatteten Prüflabor unerlässlich, um die bestmögliche Lösung zu finden.